Auf Erkundungstour an der Algarve: von Sagres bis Benagil

Während die Tage immer kürzer werden, bleibt das Wetter überwiegend warm und sonnig. So lässt sich der November ganz hervorragend aushalten! Wir bekommen Besuch aus Deutschland und nutzen die Zeit zum gemeinsamen Kiten und für einige Erkundungsfahrten an der Algarve – mit dem Auto, der KISS, dem Beiboot oder auch einfach nur zu Fuß.

Ein ausgedehnter Spaziergang führt uns zu den Muschelfarmen am westlichen Ende der Lagune von Alvor. Hier werden in großen Körben, die bei Hochwasser überschwemmt sind, Muscheln gezüchtet. Das Wetter an diesem Tag ist für hiesige Verhältnisse rau, es ist windig und stark bewölkt, die Stimmung schon fast dramatisch. Ein wenig erinnert es uns an einen stürmischen Tag an der Nordsee.

Einige Tage später verholen wir die KISS aus der Lagune von Alvor nach Portimao. Gegenüber von der Marina, wo wir einen Liegeplatz für den Winter haben, erhebt sich etwas außerhalb des Fischerdorfes Ferragudo eine kleine Burg über dem Strand. Flussabwärts der Burg ist der Strand von Felsen eingerahmt, Felstürme, -Bögen und -Tunnel laden zum entdecken ein! Ein wunderbarer Ort für große Kinder wie uns…

Südwestlich von Lagos sind die Felsen und Klippen noch größer als in Ferragudo. Wir nehmen uns einen Mietwagen und fahren los zur „Ponta da Piedade“ genannten Steilküste. Der Himmel ist strahlendblau, das Wasser türkis, der Sandstein schon fast gelb. Algarve wie im Bilderbuch! Wir machen eine ausgedehnte Wanderung oberhalb der Klippen, stets mit Blick auf die schroffen Felsformationen und das türkise Wasser.

Ab Lagos fahren wir mit dem Mietwagen weiter nach Sagres, hier werden die Klippen noch höher, die Landschaft schroff und rau. Statt Sandstein überwiegt Granit. Am Cabo Sao Vincente, dem südwestlichsten Punkt Europas, müssen wir leider auf die letzte Currywurst vor Amerika verzichten, der Imbisswagen hat zu. Stattdessen gönnen wir uns Churros, frittierte Gebäckteilchen mit Zucker und Schokoladensoße.

Den Leuchtturm am Cabo Sao Vincente haben wir zuletzt nur im Dunkeln gesehen. Auf unserer Fahrt entlang der Westküste Portugals an die Algarve haben wir ihn in den frühen Morgenstunden gerundet. Ab hier ging es dann von Kurs Süd auf Kurs Ost, bevor der Anker pünktlich zum Frühstück vor Alvor fiel. Dunkel wird es jetzt auch bald, wir fahren noch auf einen Sundowner nach Sagres und genießen den Sonnenuntergang am Strand.

Zurück in Portimao heißt es am nächsten Tag „Leinen los“ für einen Tagesausflug nach Benagil zu der berühmten Höhle. Ein Bild der Höhle von Benagil schmückt eigentlich jeden Reiseführer der Algarve. In die Höhle gelangt man durch zwei Eingänge, beide sind allerdings nur vom Wasser aus zugänglich – kein Problem für uns! Im Dach er Höhle befindet sich eine große, kreisrunde Öffnung, durch die Licht auf den darunter liegenden Strand fällt.

Der Ankerplatz bei Benagil ist ungeschützt, der Ankergrund schlecht. Mit einem gut hörbaren „klonk“ fällt der Anker auf Stein, wir beschließen, dass immer einer an Bord zurückbleibt, während die anderen beiden die Höhle mit dem SUP erkunden.

Einige Tage später nehmen wir uns erneut einen Mietwagen, um uns die Höhle von oben anzusehen. So richtig was sehen kann man durch die kreisrunde Öffnung im Boden nicht, dafür gibt es an der wiederum sehr schönen Steilküste neben unzähligen Bögen und Höhlen sogar einen Doppelbogen, den wir vom Wasser aus nicht gesehen hatten.

Bevor wir den Mietwagen am nächsten Mittag wieder abgeben müssen, unternehmen wir noch einen letzten Ausflug nach Silves, der historischen Hauptstadt der Algarve. Der Ort liegt ca. 20km flussaufwärts von Portimao. Oberhalb von Altstadt und Fluss thront eine große Burganlage, die wir ausgiebig erkunden. Anders als wir es aus Nordeuropa gewohnt sind, kann man hier den arabischen Einfluss der ehemaligen Besatzungsmacht erkennen, welcher die ansonsten doch sehr massive Burg für uns ungewohnt wirken lässt. Im Burggarten stehen Palmen, die rekonstruierten Innenhöfe zieren verschnörkelte Bögen.

Auf dem Rückweg zum Auto machen wir noch einen kleinen Abstecher auf den lokalen Wochenmarkt, hier gibt es neben regionalen Produkten wie Orangen-Honig auch frittierte Gebäckteilchen mit Zimt-Zucker, die von einem alten Mann frisch zubereitet werden. Wir werden definitiv wiederkommen, beim nächsten Mal dann vielleicht sogar mit dem Dinghi über den Fluss ab Portimao?

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