Das Douro Tal

Nur 1,5 Autostunden von Porto entfernt liegt die Weinregion Alto Douro, die Heimat des Portweins und gleichzeitig eines der ältesten Weinanbaugebiete der Welt. Bereits vor 2000 Jahren wurde hier Wein angebaut. Die Hänge links und rechts des Douro steigen steil an, soweit das Auge reicht stehen die Rebstöcke in geraden Reihen.

Unser erster Stopp im Alto Douro ist das Städtchen Peso da Régua, welches ca. 100km Flussaufwärts von Porto liegt. In Régua, wie der Ort von den Einheimischen genannt wird, führen drei Brücken über den Douro. Wir gönnen uns einen Espresso und süße Gebäckteilchen, bevor wir den Fluss queren und einen Abstecher nach Lamego machen. Lamego hat eine schöne Altstadt mit einer kleinen Burg. Die Burg ist zwar nicht sonderlich spektakulär, der Fremdenführer am Eingang dafür aber umso freundlicher. Überhaupt sind die Menschen in Portugal fast immer sehr freundlich und gut gelaunt sowie stolz auf ihre Stadt und erzählen gerne.

Nach einem Stadtrundgang queren wir den Fluss bei Régua erneut und fahren in scheinbar endlosen Serpentinen in einer traumhaft schönen Landschaft zwischen den Weinbergen hinauf zum Aussichtspunkt Sao Leonardo de Galafura. Auf 640m Höhe angekommen hat man einen grandiosen Ausblick auf den Douro Fluss und die Weinberge, welche sich in alle Himmelsrichtungen erstrecken.

Weiter geht’s durch die terrassenförmig angelegten Weinberge, auf und ab und durch unzählige Kurven. Immer wieder eröffnen sich neue Ausblicke und wir halten an, wann immer es der Straßenverlauf erlaubt. Am frühen Abend erreichen wir das Örtchen Pinhão, wo eine kleine Brücke über den Fluss führt. Ein letztes Mal für diesen Tag fahren wir die Hänge hinauf und nach Tabuaço, wo wir die Nacht verbringen.

Unser zweiter Tag im Douro Tal beginnt mit einem Besuch auf der Quinta do Panascal, einem der Weingüter des Portweinhauses Fonseca. Mit einem Audioguide ausgestattet schlendern wir durch die Weinstöcke und bekommen in einem Crashkurs die Grundlagen des Portweins – vom Anbau bis zum Verzehr – erklärt. Nachdem wir wieder am Ausgangspunkt angekommen sind, folgt auf den theoretischen Anteil der praktische – im Schatten unter Zitrusbäumen sitzend, probieren wir uns durch einen Tawny, Ruby und Branco, also weißen Portwein. Der Tawny und der Ruby gefallen uns am besten, weshalb wir auch direkt zwei Flaschen kaufen. Der weiße Portwein war zwar auch lecker, gefiel uns aber nicht ganz so gut.

Mit unseren neuerworbenen Schätzen im Kofferraum fahren wir weiter durch die Weinberge, am Staudamm des Flusses Tua vorbei und in den gleichnamigen Ort, wo der Tua in den Douro mündet. Auf einem kleinen Steg am Douro, mit einem herrlichen Blick auf den Fluss und die gegenüberliegenden Weinberge, machen wir ein kleines Picknick.

Am Staudamm Valeira erreichen wir schließlich den am weitesten flussaufwärts gelegenen Punkt unserer Tour. Der Damm staut den Douro zur Energiegewinnung auf, die Schifffahrt kann durch eine Schleuse passieren. Der Wasserstand in der Schleusenkammer ist gerade niedrig, wir können vom Damm aus fast 40m in die Tiefe blicken und fühlen uns ganz schön klein.

Die Landschaft wird kurzzeitig rauer und lässt erahnen, wie mühsam das Anlegen der Terrassen für den Weinanbau gewesen sein muss. Es dauert aber nicht lange, bis sich wieder beidseitig der Straße Weinstöcke bis zum Horizont erstrecken. Wieder in Pinhão angekommen führt die Straße schließlich bis nach Régua immer direkt am Fluss entlang. Wie viel schneller man doch ohne die ganzen Steigungen und Kurven vorankommt! Im Dunkeln erreichen wir wieder Porto und sind glücklich, diesen Ausflug gemacht zu haben.  Das Douro Tal können wir wirklich empfehlen und auch ein gelegentliches Gläschen Portwein wird uns nun sicherlich öfter begleiten.

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