Mit dem Dinghi nach Silves – der Rio Arade

Der Rio Arade ist mit gut 70km Gesamtlänge ein eher kleiner Fluss und heutzutage aufgrund von Verlandung auch nicht mehr schiffbar. Er fließt bei Portimão in den Atlantik und bildet dabei auch die Zufahrt zu „unserer“ Marina.

Silves, die unter arabischer Herrschaft historische Hauptstadt der Algarve, liegt ca. 8 Seemeilen flussaufwärts und ist trotz der Verlandung des Flusses bei Hochwasser mit dem Dinghi erreichbar. Beste Voraussetzungen also für einen kleinen Tagesausflug mit dem Beiboot!

Zusammen mit den Crews der „Wind of Change“ und „Spirit“ fahren wir zwei Stunden vor Hochwasser los, ca. 45min planen wir für die Fahrt. In Portimão ist der Fluss noch sehr breit, es geht mit den drei Dinghis nebeneinander in Formation am Kreuzfahrtterminal, dem lokalen Segelclub und an der Uferpromenade entlang. Hinter den ersten beiden Brücken endet die Stadt und zweigt sich der Rio Arade scheinbar auf. Wir fahren rechts lang, links endet der Fluss in einem kleinen Salzwassersee. Letzterer ist ein wunderbarer Ort, um Vögel zu beobachten, sogar eine kleine Kolonie Flamingos wohnt hier.

Weiter flussaufwärts wird der Fluss immer schmaler, die Ufer sind kaum bebaut und hügelig. Die Vegetation ist Algarve-typisch eher flach und struppig. Die nächste Abzweigung hätten wir fast verpasst, der weitere Flussverlauf wird von zwei kleinen Flussinseln verdeckt. Zum Glück fährt das Dinghi der „Wind of Change“ voraus und kennt den Weg!

Sind wir bisher noch nebeneinander gefahren, müssen wir jetzt hinter einander fahren. Der Fluss wird immer schmaler und flacher, Bäume stehen bis an den Ufersaum. Wir fühlen uns schon ein wenig wie Entdecker auf Expedition und genießen die Fahrt in vollen Zügen.

Nach insgesamt knapp 40 Minuten Fahrt taucht plötzlich hinter einer Flussbiegung Silves auf. Der Ort wurde auf einem Hügel am Flussufer erbaut, ganz oben thront eine alte Burg über dem Städtchen. Wir legen etwas flussabwärts der historischen Brücke an, die einst von den Römern erbaut wurde und machen uns auf in den Ort.

Nach einem Besuch der Burganlage und einem gemütlichen Mittagessen in der Fußgängerzone heißt es dann auch schon wieder viel zu früh „Leinen los!“, denn die Tide läuft bekanntermaßen. Würden wir noch länger bleiben, wäre der Flussverlauf auch für unsere Dinghis mit den Außenbordern zu flach und würden wir im Matsch stecken bleiben.

Wir fahren den gleichen Weg zurück, den wir auch gekommen sind, genießen die Flusslandschaft und die Rauschefahrt und laufen eine gute Dreiviertelstunde später wieder in die Marina ein, pünktlich zum gemeinsamen Sundowner.

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