Cabrera – die Ziegeninsel

Cabrera, die Ziegeninsel, ist ein Nationalpark gute 7 Seemeilen südlich von Mallorca. Ankern ist verboten, aber in der Hauptbucht, die passenderweise Puerto de Cabrera heißt, sind Mooringbojen ausgelegt, welche online gebucht werden können. Die 50 Bojen sind im Sommer schnell ausgebucht, jetzt in der Vorsaison teilen wir uns die große und geschützte Bucht man gerade mit 10 anderen Booten. Herrlich!

Auf Cabrera gibt es nicht viel – einen Anleger für Dinghis und die Fähre vom „Festland“, ein kleines Café und das Nationalparkhaus. Zum Leuchtturm am Südost Kap der Insel führt eine schmale Schotterpiste, wir folgen ihr durch eine überraschend grüne Landschaft. Trotz der frühen Stunde brennt die Sonne vom Himmel.

Wir queren eine kleine Hügelkette, der Leuchtturm kommt in Sicht. Er thront auf einer kleinen Halbinsel, die Schotterpiste windet sich in Serpentinen zu ihm hoch. Wir sind etwas entmutigt, ist uns doch jetzt schon unglaublich warm. Hinter der nächsten Biegung kommt dann aber die Ernüchterung (oder ist es eher die Erlösung?) – die Schotterpiste ist gesperrt, die restliche Strecke darf nur in Begleitung der Parkranger begangen werden.

Zurück am Boot kühlen wir uns erst einmal ab, das Wasser ist wunderbar klar. Dadurch, dass keine Flüsse oder Bäche in das Meer rund um Cabrera münden, ist das Meer sehr sedimentarm und die Sicht entsprechend gut. Um die KISS tummeln sich Fische, am Boden wiegt das Seegras hin und her. Eine kurze Recherche ergibt, dass Schnorcheln (im Gegensatz zum Gerätetauchen) ohne vorherige Genehmigung erlaubt ist und es ca. eine Seemeile entfernt sogar eine kleine Höhle gibt, in die man mit dem Dinghi reinfahren darf.

Schnell steht der Entschluss, den geplanten zweiten Landausflug zur alten Burg, welche über der Bucht thront, auf den nächsten Vormittag zu verschieben und stattdessen in die Cova Blava zum Schnorcheln zu fahren.

Die Höhle ist aus der Ferne kaum zu erkennen, erst im Näherkommen wird der Eingang sichtbar. Wir schalten den Motor aus und paddeln in die Höhle hinein. Das Wasser leuchtet in einem strahlenden Blau, je weiter man hineinfährt, desto dunkler wird es. Nach circa 50m ist aber auch schon Schluss, die Höhle läuft hier aus und wird immer flacher, bevor sie in einer Felswand endet. Verunsichert ob der Dunkelheit um uns und dem leuchtenden Wasser unter uns, erkunden wir die Unterwasserwelt zunächst vom Beiboot aus. Mit aufgesetzter Tauchermaske legen wir uns auf die Seiten des Dinghis und stecken die Köpfe unter Wasser. Es wimmelt vor Barracudas und Rochen!

So ganz trauen wir der Sache nicht und belassen es dann doch lieber beim „trocken-Schnorcheln“ vom Dinghi aus. Erst draußen vor der Höhle hüpfen wir ins Wasser und schnorcheln noch ein wenig an den Steilklippen entlang, das Dinghi an einer langen Leine hinter und her ziehend.

Bevor es für uns am nächsten Tag zurück nach Mallorca geht, holen wir noch unseren Spaziergang zur Burg nach. Die Burg liegt strategisch günstig genau über der Einfahrt zur Bucht, der Ausblick reicht bei guter Sicht bis nach Mallorca hinüber. Leider ist die Burganlage aufgrund von Corona nicht zugänglich und so bleibt es bei einer kurzen und recht unspektakulären Besichtigung von außen.

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